Brauchbarkeitsprüfung von Jagdgebrauchshunden

Seit Jahrhunderten sind Jagdhunde unentbehrliche Helfer des Jägers. Sie werden zur Jagd eingesetzt, um den Jäger an Wild zu bringen, geschossenes Wild bzw. auch bei Verkehrsunfällen zu Schaden gekommenes Wild zu finden und damit schnell von seinem eventuellen Leiden zu befreien. Der Erfolg der Jagd wird von der Art und Weise der Führung des Jagdhundes und durch dessen eigene Leist­ungen ent­scheidend beeinflusst. Ohne jagdlich brauch­bare Hunde ist eine weid­gerechte und tierschutz­konforme Jagd nicht möglich. Sowohl die ethisch-moralische Grund­haltung der Jäger als auch die Jagd­gesetz­gebung geben vor, dass erfolgreich geprüfte Jagdhunde für die einzelnen Jagdarten in jedem Jagdbezirk zur Verfügung stehen müssen.

Sächsisches Landesjagdgesetz § 24

(1) Dem Jagdausübungsberechtigten muss ein für die jagdlichen Verhältnisse brauchbarer Jagdhund zur Verfügung stehen.
(2) Bei Bau-, Drück-, Riegel-, Such- und Treibjagden sowie bei der Bejagung des Federwildes sind genügend für die jeweilige Jagdart brauchbare Jagdhunde zu verwenden. Bei der Nachsuche ist ein brauchbarer Jagdhund einzusetzen.
(3) Die jagdliche Ausbildung der Jagdhunde gehört zur Jagdausübung.

Die gesetzlich vorgeschriebene Brauchbarkeit des abgerichteten Jagdhundes kann man im Freistaat Sachsen laut SächsJagdVO vom 27.08.2012 §6 Abs. (1), (2), (3) durch drei verschiedene Prüfungssysteme erlangen.
Viele Jäger sind durch die Vielfalt des Prüfungs­systems häufig verwirrt. Dabei kann man das System wie folgt vereinfacht darstellen:


Gesetzgeber

Bundesland

Jagdgebrauchs­hund­verband

 

Brauchbarkeits­prüfungs­ordnungen

Anlagen- und Zuchtprüfungen

Gebrauchs­prüfungen

Festlegung von Mindest­­beding­ungen für einen im Freistaat Sachsen jagdlichen brauch­baren Hund, egal welcher Jagdhunderasse er angehört

sind an das Alter des Hundes und die Zuchtziele der Jagdhunderasse angepasst

sind auf den jagdlichen Einsatz entsprechend der Leistungs­möglich­keit der Jagdhunde­rasse abgestimmt

   BPO JKV Sachsen vom 22.03.2022 

  BPO LJV Sachsen vom 22.11.2013

Die Prüfungsbedingungen beider Ordnungen sind gleich,
nur die Organisation ist verschieden.

 

werden vom, Gesetzgeber zum Teil anerkannt, wenn die  Bedingungen den BPO entsprechen
 

 

werden laut  SächsJagdVO vom 27.08.2012 §6 Abs. (1) vom  Gesetzgeber voll anerkannt

Im Zuge des Reichsjagdgesetzes wurden im Januar 1936 erstmalig Richtlinien für die Durchführung der Brauchbarkeitsprüfungen für Jagdhunde erlassen. Der Erlass „Anweisung für die Durchführung der Brauchbarkeitsprüfungen“ sah vor, vom „Prüfling“ nur die Leistungen zu verlangen, die sein Revier, für das er bestimmt ist, zu fordern. Zitat: „Es wäre unsinnig, den für ein reines Schalenwildrevier bestimmten Hund an Hühnern zu prüfen, ebenso unsinnig wäre es, einen für ein schalenwildfreies Revier bestimmten Hund auf Schweiß zu prüfen. Die Besitzer haben in diesen Fällen gar keine Möglichkeit, ihre Hunde in diesen Fächern vorzubereiten und zu führen.“ Aus dieser Zeit stammt das System der Brauchbarkeitsprüfungen (BP) der einzelnen Bundesländer. Leider sind diese so verschieden wie die Bundesländer selber. Hierbei muss immer beachtet werden, dass nicht jedes Bundesland die Brauchbarkeitsprüfungen eines anderen in allen Punkten anerkennt! Dies ist im Freistaat Sachsen anders. Es werden alle gültigen bestandenen Brauchbarkeitsprüfungen anderer Bundesländer ohne extra Randbedingung anerkannt.

 Prüfungsordnung BPO JKV Sachsen_Stand 2022


Nennung zur Prüfung

Jäger die mit an einer Brauchbarkeitsprüfung laut oben genannter Prüfungsordnung teilnehmen möchten, melden sich bitte mit dem ausgefüllten Nennformular, bei den jeweiligen Prüfungsleiter.
Die Termine und Ansprechpartner sind im aktuellen Prüfungsplan zu finden.

BPO JKV Formblatt 1 - Nennung



Termine Prüfungen in Sachsen

Prüfungsplan



Brauchbarkeitsnachweise

Jäger die in einem anderen Bundesland ihre Prüfung abgelegt haben und nachträglich dafür einen sächsischen Brauchbarkeitsnachweis der JKV ausgestellt bekommen möchten, melden sich bitte bei Jörg Papst.


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